Tarifinfo für die Beschäftigten des BRK

20.02.2024

In schwierigen, wenngleich konstruktiven Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeber BRK konnten wir eine im Volumen als auch Umfang historische Tarifeinigung erzielen. Wir halten nicht nur Anschluss an die Tabellenwerte des Tarifvertrages des Öffentlichen Dienstes (TVöD), in den allermeisten Fällen übertreffen wir die Vergleichsentgelte bei Bund und Kommunen. Am 8. Februar 2024 hat unsere Große Tarifkommission dem Verhandlungsergebnis zugestimmt. Dass vereinbarte Eckpunktepapier ist nunmehr in Tariftexte zu überführen.

Allein das Eckpunktepapier umfasst 10 Seiten und etwa 22 verhandelte Gesichtspunkte. Mit diesem Flugblatt konzentrieren wir uns auf die wichtigsten Änderungen im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes. Für uns ein wachsender Bereich beim BRK, der bislang vielfach noch stiefmütterlich behandelt wird. Um dies zu ändern, müssen wir gemeinsam stärker werden. Dennoch konnten wir viele, wenn auch nicht alle unsere Forderungen durchsetzen.

Was sich ab 2024 für euch ändert!

Inflationsausgleichsprämie

Alle Beschäftigte in Vollzeit beim BRK bekommen im Jahr 2024 eine steuer- und sozialversicherungsfreie Prämie in Höhe von 3.000 €. Dieser Nettobetrag entspricht für die meisten, je nach Einkommen, Steuerklasse etc. etwa 4.500 € (Butto). Für Teilzeitkräfte gilt diese Summe anteilig ihrer vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Da angesichts der Festbeträge nicht zwischen den Einkommensgruppen unterschieden wird, beinhaltet unsere Regelung eine soziale Komponente. Untere Entgeltgruppen profitieren prozentual betrachtet mehr als finanziell besser gestellte Kolleg*innen. Damit werden wir auch der Idee einer Inflationsausgleichspämie gerecht, da untere Einkommensgruppen im besonderen Maße von der Inflation betroffen waren und sind.

Beispiele:

Eine Kinderpflegerin oder Erzieherin, welche 38,5 Stunden (Vollzeit) in einem Kindergarten angestellt ist, bekommt in drei Tranchen je 1.000 Euro (Netto).

Im Vergleich dazu bekommt eine Teilzeitkraft 3x im Jahr für z. B.

  • 30 Stunden je 779,22 € (Netto)
  • 25 Stunden je 649,35 € (Netto)

Die Auszahlung erfolgt mit den Lohnabrechnungen für Februar, Juli und Dezember. Voraussetzung für die Auszahlung ist, dass zum jeweiligen Stichtag (erster Februar, Juli und Dezember) ein Arbeitsverhältnis besteht und im Vorzeitraum an mindestens einem Tag Anspruch auf Entgelt bestand.

Beispiel:

Wer am 1. Juli in einem Arbeitsverhältnis mit dem BRK steht und zwischen dem 1. Februar und 1. Juli mindestens an einem Tag Entgelt bezogen hat, auch etwa im Rahmen der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, ist anspruchsberechtigt.

30 Tage Urlaub plus 2 Regenerationstage

Für alle Beschäftigten beim BRK gibt es ab dem 1. Januar 2024 einen Anspruch auf mindestens 30 Tage Erholungsurlaub – die bisherige Staffelung nach Betriebszugehörigkeit entfällt!

Um den besonderen Belastungen im Arbeitsalltag des Sozial- und Erziehungsdienstes entgegenzuwirken ist es uns zudem gelungen, zwei sogenannte Regenerationstage zu vereinbaren. Diese werden zusätzlich zum Erholungsurlaub gewährt und gelten damit als weitere Erholungstage.

Aufwertung / Eingruppierung / Stufen

Kolleg*innen, welche sich aktuell in den Entgeltgruppen S3, S4, S8a, S8b S9 befinden, steigen ab dem 01. September 2024 (Neues Kindergartenjahr sowie neues Schuljahr 2024) in die nächsthöhere Entgeltgruppe auf:

  • S3 in S4
  • S4 in S5
  • S8a in S8b
  • S8b in S9
  • S9 in S10

Wichtig: Die Höhergruppierung erfolgt automatisch (regulär, nicht stufengleich). Die Zuordnung in der höheren Entgeltgruppe erfolgt in der Stufe, in der der/die Beschäftigte sein aktuelles Tabellenentgelt erhält, mindestes aber in die Stufe 2. Es geht hierbei um viel Geld! Insofern raten wir allen, die im September anstehende Aufwertung auch zu prüfen. 

Gleichzeitig werden die Stufenlaufzeiten angepasst: Künftig ist die Verweildauer in der jeweiligen Stufe gleich wie die Bezeichnung der Stufe (Ein Jahr Verweildauer in Stufe 1, zwei Jahre in Stufe 2 usw.). Damit schließen wir an den TVöD an und beenden eine Schlechterstellung. Die Stufenaufstiege erfolgen damit vielfach schneller als bisher. Diese Aufwertung führt künftig auch zu höheren Jahressonderzahlungen, höheren Zuschlägen etc. Auch dies summiert sich.

Allgemeine Tabellenerhöhung

Ab dem 1. Januar 2025 werden alle Entgelttabellen innerhalb des BRK um 7,5 % angehoben, das gilt auch für die S-Tabelle. Das bedeutet eine nochmalige, deutlich spürbare finanzielle Verbesserung im Sozial- und Erziehungsdienst.

Ballungsraumzulage

Diejenigen Beschäftigten, welche vor der Höhergruppierung Anspruch auf eine Ballungsraumzulage hatten, erhalten diese auch weiterhin (bis zu 270 Euro im Monat). Der Tarifvertrag Ballungsraumzulage wird entsprechend angepasst.

Zulage für Praxisanleitungen

Künftig wird im Tariftext die Praxisanleitung ausdrücklich auch für den Bereichs Sozial- und Erziehungsdienst benannt. Hier gab es bislang in einigen Kreisverbänden Unstimmigkeiten. Praxisanleiter*innen dürfen sich zudem ab dem 1. Januar 2024 über die Erhöhung der Zulage auf 210 € monatlich freuen.

Weitere wichtige Regelungen

Auszubildende erhalten rückwirkend zum 1. Januar 2024 eine pauschale Mobilitätszulage von monatlich 200 €, Auszubildende die nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung beim BRK übernommen werden, unterliegen keiner zweiten Probezeit mehr, die Betriebsparteien entscheiden, ob sie am Tarifvertrag Ausfallmanagement teilnehmen wollen.

Diese und weitere Informationen sowie Beispielrechnungen bezüglich der Höhergruppierung durch die Tabellenaufwertung ab 01.09.2024 und unter Berücksichtigung der Entgelterhöhung ab 01.01.2024 finden Sie im Flugblatt, das zum Download bereitsteht.