Service-Töchter der Universitätskliniken in Bayern

16.05.2024

Wir machen deutlich, Servicebeschäftigte sind keine Mitarbeiter zweiter Klasse. Krankenhausarbeit ist Teamarbeit. Wir erwarten das die Arbeit der Beschäftigten anerkannt und fair bezahlt wird. Egal ob in der Reinigung, in der OP-Reinigung, im Steri, im Patiententransport, im Stationsservice, der Küche oder in der Logistik gearbeitet wird. Wir fordern einen Tarifvertrag, mit vergleichbaren Arbeits- und Einkommensbedingungen wie im Mutterhaus - wir fordern eine Angleichung der Löhne an den Tarifvertrag der Länder.

Es ist ein Skandal, dass Beschäftigte bei öffentlichen Arbeitgebern, in öffentlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens - den Kathedralen der Spitzenmedizin - den Universitätskliniken, mit Stundenlöhnen knapp über dem Mindestlohn abserviert werden. Da die Arbeitgeberseite keinerlei Verhandlungsbereitschaft zeigt, haben die Beschäftigten mit einem klaren Votum die nächste Phase im Arbeitskampf eingeleitet. In Würzburg stimmten über 77% für Streik, In Erlagen über 81% und in Regensburg 99,3%.

Keiner der bestreikten Servicegesellschaften ist tarifgebunden. Dies wird laufend der Presse und den Beschäftigten gegenüber erklärt. Die UKW, die KDL und die KSG lehnen sich an den für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag für die Gebäudereinigung an. Dieser allgemeinverbindliche Tarifvertrag bestimmt den Mindestlohn in der Branche des Gebäudereinungshandwerks. Drunter darf im Reinigungsgewerbe gar nicht gezahlt werden. Man orientiert sich an den vorgeschriebenen Branchenmindestlöhnen - keiner der hier genannten Servicebetriebe ist tarifgebunden. Sie zahlen, was sie zahlen müssen – und nach feudaler Gutsherrenart gibt es an der ein oder anderen Stelle ein paar Cent mehr. Das hat nichts mit Augenhöhe zu tun.

Im Übrigen, es geht um den Mindestlohn im allgemeinen Reinigungsgewerbe. Es macht einen großen Unterschied, ob man Büroräume oder Turnhallen reinigt oder in einem Klinikum für sterile Hygiene zuständig ist. Ob man für den Patiententransport zuständig ist oder in der Steri die Desinfektion von medizinischen Instrumenten verantwortet. Eure gute Arbeit will man aber nicht anerkennen.

Die Servicegesellschaften wurden als 51%ige Töchter der Unikliniken ausgegründet, um durch Tarifflucht und Steuerersparnisse höhere Profite zu erwirtschaften. Der Unterschied in der Entlohnung zwischen Mutterhaus und Tochtergesellschaft kann in derselben Lohngruppe je nach Beschäftigungsdauer bis zu 900 € im Monat betragen. Wir reden über Löhne im Niedriglohnbereich. Löhne die kaum zum Monatsende reichen. Hier kommt es auf jeden Euro an. 

Presseberichterstattung: 

https://www.mittelbayerische.de/lokales/stadt-regensburg/servicepersonal-am-uniklinikum-regensburg-im-erzwingungsstreik-15966228?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR1ISLLQRjH3Y5qIyeFdmKkxRdKls6jfcCaToIZbr0kJqDcHMVqQx94tl5A_aem_AcfOlqlUdj77PkGf-_VtXAsXNFvG_hA7kz6qGdzJOZlw3Jpq_QEFrpLdhVMu-eCXFsCXbnObgm5ZT_dfd4uIbG4e 

https://www.meincharivari.de/aktuelles/news/lokales/wuerzburg-fuenf-taegiger-warnstreik-der-ukw-servicegesellschaft 

https://www.br.de/nachrichten/bayern/streik-von-ausgelagerten-servicekraeften-in-kliniken,UBRZUFy 

https://www.idowa.de/bayern/servicekraefte-an-unikliniken-streiken-3724369.html 

https://www.nordbayern.de/franken/erlangen/neue-phase-des-protests-beschaftigte-der-uniklinik-erlangen-gehen-in-erzwingungsstreik-1.14247978 

https://www.regensburg-digital.de/erzwingungsstreik-gegen-dumpingloehne-sorgt-fuer-aufruhr-am-uniklinikum-regensburg/02052024/ 

https://www.regensburg-digital.de/service-gmbhs-lohndumping-und-tarifflucht-im-auftrag-des-freistaats/06052024/ 

https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/finanzieller-spielraum-vollstaendig-aufgebraucht-servicekraefte-der-uniklinik-wuerzburg-wollen-erneut-streiken-art-11490155 

https://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/streik-an-der-uni-klinik-wuerzburg-6-angestellte-sagen-warum-sie-streiken-und-wie-belastend-ihre-arbeit-ist-art-11480788 

https://www.antenne.de/nachrichten/bayern/servicekraefte-an-unikliniken-streiken-erneut